Hannu Kyröläinen neuer Botschafter Finnlands in Österreich

By | 07.09.2016|Allgemein|

Der neue Botschafter Hannu Kyröläinen nahm seinen Dienst als Botschafter Finnlands in Österreich am 1. September 2016 auf.

Kyröläinen kommt nach Wien aus Helsinki, wo er in den letzten Jahren u.a. als Berater des Präsidenten der Republik Finnland für nachhaltige Entwicklung, als leitender Experte für Sicherheitspolitik sowie im Prozess um die massenvernichtungswaffenlose Zone im Nahen Osten tätig war.Botschafter Kyröläinen kann auf eine lange Karriere im Außenministerium aufweisen. In den Jahren 2007-2010 diente er als Botschafter Finnlands in der Tschechischen Republik, vorher war er als Abteilungsleiter für globale Geschäfte sowie als Chef der Abteilung für die EU und West-Europa tätig. Er hat auch in den ständigen Vertretungen Finnlands zu den Vereinten Nationen in New York und Genf gearbeitet. Seine Karriere im Außenministerium begann im Jahre 1982.

Den Posten in Wien findet Kyröläinen sehr angenehm. Seine Tätigkeit umfasst sowohl die multilateralen Geschäfte der Vereinigten Nationen als auch die bilateralen Beziehungen zwischen Finnland und Österreich, was ziemlich einzigartig für finnische Vertretungen ist.
Kyröläinen und seine Frau Arja haben eine erwachsene Tochter.

Interview mit Ismo Pentti
Director, Manufacturing Excellence & Improvement 
Managing Director, Borealis Polymers Oy, Finland 

By | 07.09.2016|Allgemein, Mitglieder|

When was Borealis founded and what is the company specialised in?

Borealis was formed in 1994 through the merger of petrochemical and polyolefins businesses of Norwegian Statoil and Finnish Neste. The Latin word „Borealis“ means „from the north“ and reflects the company’s early ties to the Nordic region. The first Borealis head office was located in Copenhagen, the capital of Denmark. Borealis has changed considerably over the years, developing from its early Nordic roots as a plastic manufacturer to a global provider of chemical solutions with worldwide operations.

What kind of products, services does the Borealis group offer?

What began with the production of polyolefins (mainly plastic granulate in the form of pellets) has been successfully augmented by the manufacture of base chemicals and fertilizers. These three legs form the solid foundation of the Borealis Group product portfolio.

How many branches, locations do you have worldwide?

Borealis currently employs around 6,500 people and serves customers in over 120 countries. Our major production sites are located in Austria, Belgium, Brazil, France, Finland, Germany, Italy, Sweden, The Netherlands and the United States. We operate an international Innovation Headquarters (IHQ) in Linz, Austria where we focus primarily on polymer design and compound research for polymer applications in the fields of infrastructure, automotive and advanced packaging. The IHQ works very closely with our other Innovation Centres in Stenungsund, Sweden and Porvoo, Finland.

Can you name some financial data?

In 2015, Borealis generated EUR 7.7 billion in sales revenue and a net profit of EUR 988 million.

Can you name selected references?

Borealis works closely with its customers and industry partners to provide innovative and value-creating plastics solutions. One of our automotive grades was just recently awarded with the European Plastics Innovation Award. The material was developed in close partnership with BMW to fulfil its stringent quality requirements regarding paint adhesion. It was used in the BMW 7 front bumper and tailgate cladding.

Which business divisions are based in Austria?

Borealis’ global head office is located in Vienna. About 170 employees from around 30 different countries are working in all kinds of areas from finance to marketing or communications. The largest Borealis Group production facility is located in Linz, a centre of melamine and fertilizer production, and business support functions. Linz is also home to Borealis’ global research and development centre, the Innovation Headquarters (IHQ). Borealis manufactures around one million tonnes of polyolefins each year at the Schwechat plant, one of Europe’s most modern and important plastics production facilities.

What kind of relationship does the company have with Finland?

Porvoo is one of our strategic production locations in Europe where we produce both base chemicals – it is the only location where Borealis produces phenol and aromatics – and polyolefins. In addition to serving Nordic and Baltic countries, Porvoo is ideally situated to serve the Russian and eastern industrial markets. The Borealis Innovation Centre in Finland is our site of advanced catalyst and process research. It is also the home of our proprietary Borstar® technology and the first Borstar plant. The current workforce is about 900. The annual production capacity of polyolefins is over 600.000 tonnes. Just recently, we announced a EUR 40 million investment in a cracker upgrade. Together with Neste and Veolia, we will also build a new combined heat and power plant to supply steam and other utilities to Neste’s refinery and Borealis’ petrochemical plant in Porvoo.

What prospects to the future can you give us?

Borealis’ products and solutions have become an indispensable part of modern life. They also have a positive impact on society by addressing challenges such as climate change and access to energy, water, food and healthcare. We see clear business opportunities by addressing emerging sustainability challenges, such as the need to reduce plastic waste and increase recycling rates.

That is why we will continue to invest in our strategic Borealis production locations. We want to improve the competitiveness of our strong, integrated polyolefins business in Europe. Borealis is among the most innovative and reliable polyethylene and polypropylene suppliers in Europe. And we are committed to securing this position.

Ismo Pentti

Ismo Pentti (53), M. Sc. (Chem Eng), is Director Manufacturing Excellence & Improvement in Borealis AG in Austria and Managing Director of Borealis Polymers OY in Finland. He joined Neste OY (original parent company of Borealis) in Finland in 1986 and has held several managerial and senior leader positions in R&D, HSE, manufacturing and business in Finland, Sweden, Belgium and Austria. He became Managing Director of Borealis Polymers OY in January 2011. Mr. Pentti is based in the head office of Borealis in Vienna.

Interview Mag. Katja Jääskeläinen, Geschäftsführerin von ScanLang GmbH

By | 01.09.2016|Allgemein, Mitglieder|

Mag. Katja Jääskeläinen ist geschäftsführende Gesellschafterin der ScanLang GmbH und zuständig für den Bereich Sprachdienstleistungen. ScanLang ist das größte Unternehmen in Österreich für skandinavische Sprachen und skandinavische Kommunikationstools.

Gibt es Projekte, auf die Sie besonders stolz sind?

Für mich persönlich sind diejenigen Projekte am ergiebigsten, bei denen ich das eigene Fachwissen optimal einsetzen und mich beruflich weiterentwickeln konnte. Ein Beispiel aus meiner persönlichen Laufbahn ist mein Dolmetscheinsatz beim Studienbesuch des finnischen Juristenverbandes in Wien. Da JuristInnen für ihre Genauigkeit berühmt sind, habe ich mich für den Einsatz ganz besonders sorgfältig vorbereitet. Nach einem Vortrag am Verfassungsgerichtshof sind ein paar Teilnehmer, ältere, distinguierte Herren, zu mir gekommen und gesagt, dass ich sicher auch selbst Juristin bin, da ich alles so perfekt übersetzen konnte.

Im Bereich der Übersetzungen kann ich mein Jahr an der Europäischen Kommission erwähnen. Die Finnisch-ÜbersetzerInnen der Generaldirektion Übersetzen gehören für mich ohne Übertreibung zu den allerbesten des Faches, und es war mir eine große Ehre, mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Von unseren anderen Projekten möchte ich ganz besonders die sprachliche Lokalisierung der Marketingunterlagen für die schwedische Niederlassung von XXXLutz hervorheben. Unsere Schwedisch-Übersetzerinnen haben den schwedischen Projektleiter sprachlich unterstützt, indem sie die Produktbeschreibungen auf Schwedisch verfassten und anpassten. Dies erforderte außer Übersetzungskompetenz auch Gespür für lokale Eigenheiten und den Marketingdiskurs.

Welche Unterschiede sehen Sie im Geschäftsgebaren in Finnland und Österreich?

Für mich sind es in erster Linie individuelle Unterschiede: entgegen aller Stereotypien habe ich finnische GeschäftspartnerInnen, die ausgesprochen redefreudig sind und nie vergessen, einen schönen Abend zu wünschen, und österreichische GeschäftspartnerInnen, die höchstens „Ja, alles bestens“ antworten. In Finnland ist es für mich auch eine Generationsfrage, denn jüngere Leute sind oft wesentlich sprachkundiger und wissen zuweilen auch, dass Small Talk „gratis, aber nicht umsonst“ ist…

Was ich aber nach wie vor besonders in der schriftlichen Kommunikation wahrnehme: in Finnland hat die sogenannte negative Höflichkeit einen stärkeren Stellenwert als in Österreich. Man will gegenüber dem Kunden auf keinen Fall zu aufdringlich wirken. Ein Beispiel aus dem Bereich der Produktpräsentationen: Früher bestand eine typische Beschreibung aus der lakonischen Feststellung „Wir bieten die Produkte X und Y an“. Mittlerweile hat man gelernt, dass es nicht ohne Eigenlob geht, und daher heißt es nun „Wir bieten die weltbesten X und Y an“. Aber aus österreichischer Sicht ist das immer noch zu wenig – ein österreichischer Kunde will einfach stärker umworben werden. Die Anpassung an den landesspezifischen Diskurs ist für uns ein ganz wesentlicher Teil, wenn man einen neuen Markt erobern will, und deshalb bieten wir unseren Kunden immer die Möglichkeit, die Texte auch inhaltlich zu optimieren.

Was können Finnen von den Österreichern lernen und umgekehrt?

Das, was FinnInnen von den ÖsterreicherInnen lernen können, ist ganz gewiss die Diplomatie, das souveräne, gewandte Auftreten. Es ist nun mal so, dass der menschliche Faktor eine viel größere Rolle spielt als viele FinnInnen es wahrnehmen wollen – nicht nur in Österreich, sondern in den meisten anderen Ländern der Welt.

Was Österreich von Finnland lernen könnte, ist die Innovationskraft, die Fähigkeit zum Querdenken. Traditionen haben sicherlich viel Positives, aber was dem Kaiser recht und billig war, ist es der Gesellschaft nicht unbedingt mehr im 21. Jahrhundert… Auch die österreichische Neigung zur Konsensbildung betrachte ich mit gemischten Gefühlen, denn das an sich lobenswerte Bestreben, alle Meinungen zu berücksichtigen, führt allzu oft nur dazu, dass notwendige Reformen auf die ferne Zukunft verschoben werden.

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