Wir heißen ab sofort Handelskammer Finnland Österreich / Finncham Austria

Rechtzeitig vor dem 50-jährigen Vereinsjubiläum im nächsten Jahr bekommen wir einen neuen Vereinsnamen: „Handelskammer Finnland Österreich“. Im Außenauftritt nennen wir uns „Finncham Austria“. Damit unterstreichen wir unsere Zugehörigkeit zum internationalen Netzwerk der Finnischen Handelskammern. Während der Sommermonate wird der Relaunch vollzogen. Ab dem 3.September 2018 erscheinen wir in neuem Design.

PS: ab dem 5. Juli 2018 haben wir zudem eine neue Büroadresse: c/o Business Finland, Opernring 5, Stiege 2, 6.Stock, 1010 Wien.

By | 2018-07-18T21:03:39+00:00 18.07.2018|0 Comments

„Finnland steht für gute Bildung und starke Marken“
Im Interview: Eveline Steinberger-Kern

Sie waren Managerin auf Konzernebene, sind heute eine internationale Erfolgsunternehmerin, speziell im Startup- Umfeld. Wie kam es dazu?

Ich bin eine sehr neugierige Person, suche immer nach der nächsten Herausforderung. Insofern war die Zeit nach 15 Jahren Konzernerfahrung reif für Entrepreneurship, umso mehr als ich bei Siemens damals  u.a. für die  Projektentwicklung von Photovoltaik und Smart Grids verantwortlich war. Mein erstes Unternehmen/Startup habe ich dann 2014 in Israel gegründet. Für mich bietet dieses Land das perfekte Ökosystem für Tech-Innovationen. Die Foresight, so heißt das AI energy Startup, ist heute in 5 Märkten tätig und wird weiter expandieren.

Was konkret bietet ihr Unternehmen an? Auf welche Bereiche sind Sie spezialisiert? Wer ist Ihre Zielgruppe?

Blue Minds ist so eine Art Company-Builder. Wir sind auf Business Model Innovation im Energietransformationsprozess fokussiert. Suchen also nach neuen innovativen Geschäftsmodellen im Bereich Renewables, Electric Mobility, Smart Grids oder Energy Storage. Drei Unternehmungen haben wir bislang selbst gegründet und mit aufgebaut: Foresight, 12Energy und Energy Hero. Letzteres ist gerade im Verkaufsprozess. Daneben investieren wir auch in Frühphasen-Startups. Wir bringen „smart money“, das heißt, wir bringen auch unsere Industrieerfahrung und unser Netzwerk mit ein. Und schließlich haben wir WeXelerate mit aufgebaut – CEE´s größtes Innovationhub in der Praterstraße 1.

Neben diversen Aufsichtsratsfunktionen sind Sie im Beirat von WeXelerate. Können Sie die besonderen Vorteile dieser Einrichtung näher beschreiben?

WeXelerate ist Wiens erster und noch einziger Innovationhub dieser Dimension. Auf 9.000 m2 haben wir im Herzen von Wien ein Einkaufshaus der Innovationen geschaffen. Investoren, Startups, Industrieunternehmen und diverse Servicepartner teilen sich das Haus und arbeiten sektorübergreifend an den Herausforderungen der digitalen Transformation. WeXelerate managt und koordiniert dieses wunderbare Ökosystem. Neben den neuesten Innovationstools bekommen die mitwirkenden Industrieunternehmen auf ihre Innovationsbedürfnisse zugeschnitten, internationale Startups für die Zusammenarbeit präsentiert. Zweimal pro Jahr absolvieren wir mit je rund internationalen 50 Startups einen Accelerator in den Themenfeldern AI, AR, VR, Blockchain, Cybersecurity big data usw., um die Startups bei ihrem Weg in den Markt zu unterstützen.

Der große Mehrwert ist ein perfektes Matching von etablierter Industrie mit neuen, agilen Tech-Startups basierend auf einem one-stop-shop Konzept. Open Innovation wird dort zur täglichen Praxis.

Wie sehen Sie grundsätzlich die startup-szene Szene in Österreich? Welche Herausforderungen und Trends sind zu erwarten? 

Im internationalen Vergleich ist die österreichische Startup-Szene noch klein und jung. Aktivitäten, wie WeXelerate, werden aber stark dazu beitragen, die Startup-Entwicklung zu beschleunigen. Gerade die engere Vernetzung mit Universitäten und Forschungseinrichtungen gehört in Österreich in vielen Themenfeldern noch stärker in den Mittelpunkt gerückt. Hierzulande gibt es wesentlich weniger Spin-Outs als in den führenden Innovationsnationen. Die großen Trends unterscheiden sich hierzulande nicht von jenen die global zu sehen sind: Künstliche Intelligenz überall, sog. Transparently Immersive Experiences – also das Verschwimmen von Menschen, Unternehmen und Dingen sowie digitale Plattformen. Für Unternehmen heißt es unabhängig davon, in welchem Sektor sie tätig sind, sich diesen Innovationen zu widmen. Das Überleben bzw. ein Wachstum darüber, ist einfach wesentlich wahrscheinlicher.

Können Sie Vergleiche zur Startup-Szene in anderen Teilen Europas, und speziell zu Finnland ziehen?

Finnland hat Slush. Das ist toll und eines der führenden Startup-Events weltweit. Das zieht top-tier Investoren an, das zieht Talente an und, das unterstützt die Industrie, die darauf aufmerksam wird. Zudem weist Finnland in den Tech-Feldern enorm gut ausgebildete junge Menschen auf. Wir sind ja hier in Wien auch schon mit einigen dieser in Kontakt und wollen sie in unser Ökosystem bringen. In Europa fasziniert mich weiters die Startup-Szene in Berlin – sehr professionell und dynamisch. Und dann natürlich Paris. Die Stadion-F wirkt weit über die französischen Grenzen hinaus. Tja, da gilt es hier in Wien am Ball zu bleiben und die Kräfte zu bündeln. Aber das sind wir ja mit WeXelerate auf einem sehr guten Weg.

Zum Abschluss ganz generell gefragt: Welche drei Dinge assoziieren Sie mit Finnland?

  • gut ausgebildete junge Menschen
  • starke erfolgreiche Brands, wie Fortum, Kone, Fiskars, Linux, Marimekko, Angry Birds, Sauna
  • kaltes Wetter

Zur Person

Eveline Steinberger-Kern, 1972 geboren in der Obersteiermark, ist Unternehmerin. Im Frühjahr 2014 hat sie die The Blue Minds Company GmbH gegründet, die sich mit den Fragestellungen der globalen Energietransformation auseinandersetzt, neue Geschäftsmodelle entwickelt und in Startups investiert. Davor war sie gut 20 Jahre in verschiedenen führenden Managementpositionen in der Energiewirtschaft und Industrie beschäftigt. Sie baute u.a. das Endkundengeschäft von VERBUND auf und leitete das Energiegeschäft für Siemens in CEE. Seit 2014 hat sie selber drei Unternehmen im Bereich digitaler Energieservices in Wien und Tel Aviv gegründet und entwickelt.

Neben den eigenen Gründungen ist sie seit 2014 auch Beteiligungen eingegangen und begleitet als Advisor Startups in den Regionen D/A/CH/CEE, Israel und den USA bei deren Markteintritt. Darunter etwa has-to-be, Visotech, bgood, WeAreDevelopers, grid singularity, Solarpaint,
Chakratec, Keepers, EnLedger oder Solarheap. Seit 2014 wurden dabei mehr als 60 neue Arbeitsplätze im In- und Ausland geschaffen.

Eveline Steinberger-Kern hat in Graz an der Karl-Franzens-Universität in Wirtschaftswissenschaften promoviert.
In Wien hat sie den Innovationhub WeXelerate mitinitiiert und mit aufgebaut. Dieser eröffnete im Herbst 2017 seine Pforten in der Praterstraße 1. Seit Sommer 2017 leitet sie das Advisory Board und seit Beginn dieses Jahres auch den Aufsichtsrat der WeXelerate. Weitere Aufsichtsrats- und Beiratsmandate hält sie in der Bank Austria Unicredit in Wien und KGAL in München. Bei Manageers, Startup Leitner und Female Founders ist sie Mentorin.

Privat ist sie seit 2009 mit Christian Kern, Ex-Bundeskanzler der Republik Österreich verheiratet. Gemeinsam haben sie eine 10-jährige Tochter.

By | 2018-05-29T18:04:07+00:00 29.05.2018|0 Comments

Rückblick: Firmenpräsentation Konecranes am 3.5.2018

Das finnische Kranunternehmen Konecranes lud die Finnforum-Mitglieder in die Österreich-Zentrale in Brunn am Gebirge. Die Gäste wurden bei einem schönen Sonnenuntergang in der Werkshalleneinfahrt empfangen und konnten gleich einige der massiven Übungskräne bestaunen. Konecranes-Geschäftsführer Robert Höfler bot eine informative wie interessante Präsentation über das Produkt- und Serviceangebot des Weltmarktführers. Zahlreiche Publikums-Fragen bestätigten das große Interesse. Die Teilnehmer selbst konnten sodann ihr Geschick am Hebekran sogar selbst ausprobieren. Bei Getränken und einem Imbiss gab es in der Folge ausreichend Zeit für informelle Gespräche und fürs Netzwerken.

PS: Die außergewöhnlich leckeren Brötchen und Nachspeisen kamen diesmal von Utis Catering.

 

By | 2018-05-12T00:44:01+00:00 12.05.2018|1 Comment

Im Interview: Simone Dulies, Direktorin im Hotel Bristol

„Die nordische Mentalität der Geradlinigkeit und Verlässlichkeit passt sehr gut zu uns“.

1.)   Sie sind gebürtige Deutsche und können bereits auf eine internationale Karriere als Hotelmanagerin verweisen. Wie kam es, dass Sie Direktorin des Hotel Bristols wurden?

Ich war 2011-2014 im Sheraton Bratislava und im Anschluss bis 2015 im Le Meridien Budapest tätig, wodurch die Nähe zu Wien gegeben war und ich die Stadt öfters besucht habe. Während meiner Besuche habe ich in Wien in verschiedenen Hotels übernachtet, aber das Hotel Bristol war immer mein Lieblingshotel und ist sehr schnell zu einem „Wiener Zuhause“ geworden. Dass dann der Posten des General Managers gerade in diesem Hotel vakant wurde, war natürlich eine schöne Fügung und für mich fast ein „Muss“ mich hier zu bewerben. Schließlich war es dann eine ganz wunderbare Überraschung, dass ich hier die erste weibliche Hoteldirektorin in der 125- jährigen Geschichte des Hotel Bristol wurde.

2.) Was macht das Hotel Bristol besonders? Wie würden Sie das Alleinstellungsmerkmal zu der Vielzahl an 5*Hotels in Wien beschreiben?

Das sind natürlich die einzigartige Lage direkt neben der Wiener Staatsoper sowie der unverkennbare Jugendstil, der den Charakter des Hauses prägt. Dies sowie die damit einhergehende 125- jährige Historie des Hauses mit den vielen musikalischen Größen die hier abgestiegen sind – Gustav Mahler, Giacomo Puccini, Nelly Melba, Herbert von Karajan, Leonard Bernstein und einige mehr – und die vielen langjährigen Mitarbeiter, die dem Haus eine ganz persönliche und familiäre Note verleihen, machen das Haus für mich so unverkennbar.

3.)   Welchen Anteil haben Gäste aus den nordischen Ländern in Ihrem Haus? Wie würden Sie diese Gästegruppe, Ihr Verhalten sowie Ihre Ansprüche beschrieben? Haben Sie auch Gäste aus Finnland?

Besucher aus den nordischen Ländern sind bei uns im Hotel Bristol aufgrund Ihrer sympathischen und angenehmen, herzlichen Art und Ihrem starken kulturellen Interesse, auch an der Geschichte des Hauses, sehr gern gesehene Gäste. Da sich unser Hotel im Luxussegment befindet ist der Anspruch – wie auch bei anderen Gästen – an unseren Service natürlich sehr hoch und das ist selbstverständlich auch etwas, was man sich vom Bristol erwarten kann.

Simone Dulies in IslandWünschenswert für uns ist es auf jeden Fall, den Anteil an Gästen aus dem nördlichen Europa in den kommenden Jahren zu erhöhen

4.) Welchen Bezug haben Sie generell zum Norden Europas?

Der Norden zieht mich vor allem privat als Reiseziel sehr an. Ich finde es nicht nur landschaftlich faszinierend, sondern mag ganz besonders auch die ruhige, aber doch äußerst humorvolle Art und den Lebensstil der Skandinavier. Ich war erst in diesem Jahr selbst in Island auf Urlaub unterwegs und bis 2020 steht definitiv Finnland ganz oben auf meiner Reiseliste, worauf ich mich schon sehr freue.

5.) Welche besonderen Schwerpunkte setzt das Hotel Bristol noch in diesem Jahr? 

Ganz aktuell haben wir unsere Positionierung als familienfreundliches Hotel wieder verstärkt und unser Kinderprogramm weiter ausgebaut. Das Bristol eignet sich ja besonders gut für einen Städteurlaub mit Familie, da wir über eine sehr große Anzahl an Verbindungs-Zimmern und Suiten verfügen. Neben vielen bestehenden Veranstaltungen, wie dem Salon Opéra for Kids, haben wir außerdem ein schönes Familien-Package mit vielen Amenities für Kinder,und eine neue, sehr liebevoll gestaltete Speisekarte für Kinder im Restaurant. Weiters haben wir die royale Bristol Bienenfamilie ins Leben gerufen – 4 Bienencharaktere deren Geschichten und Erlebnisse im Hotel Bristol in 2 eigens gestalteten Kinderbüchern herausgebracht wurden.

Außerdem setzten wir in der Bristol Lounge weiterhin auf innovative Küche und werden vor allem unser veganes Speisenangebot weiterhin ausbauen.

Einer der wichtigsten Schwerpunkte ist natürlich die enge und seit Jahren bestehende Zusammenarbeit mit der Wiener Staatsoper. Hier liegt der Fokus vor allem auf dem jährlich stattfindenden Wiener Opernball sowie der Zusammenarbeit mit internationalen und nationalen Partnern der Kunstwelt.

Zur Person:

Die erste Direktorin im Hotel Bristol

Simone Dulies, Direktorin im Hotel BristolSimone Dulies kennt die Welt und eine Reihe führender Hotels.

Ihre Karriere begann in Düsseldorf (Apprentice Swissotel) Danach ging es für viele Jahre nach Amerika. Ihre dortigen Karriere-Stationen: Hotel Four Seasons, New Port Beach, Kalifornien. Dann das South Cost Plaza, ebenso in Kalifornien. Weiterere Karriereschritte waren die W Hotels in New York, sowie das Turnberry Luxury Collection Ressort in Schottland. Zurück in Kontinental-Europa gab es Managementaufgaben in Budapest und Bratislava. 2015 kam die gebürtige Rheinländerin Dulies schließlich ins Hotel Bristol in Wien. Als erste Frau leitet sie seitdem erfolgreich das Traditionshaus am Wiener Kärntner Ring 1.

By | 2018-05-16T06:16:15+00:00 07.05.2018|0 Comments

Rückblick: EcoTalk 11.04.2018

Eco-Talk ist ein gemeinsames Veranstaltungsformat der Botschaft von Finnland, dem Finnisch-Österreichischen Wirtschaftsforum und der Sylvi Kekkonen Stiftung.

Beim diesmaligem Wirtschafts-Roundtable „EcoTalk in der Residenz des Finnischen Botschafters ging es um Erfolgskriterien von Start-ups. Nach einer wunderschönen musikalischen Darbietung von zwei Finnischen Stipendiaten, dem Pianisten Justas Stasevskij und dem Geiger Juho Valtonen, begann eine spannende Roundtable-Diskussion mit folgenden Diskutanten: Frau Eveline Steinberger-Kern, erfolgreiche Gründerin und Geschäftsführerin von Blue Minds Company, Herrn Joel Hypén, Geschäftsführer des prämierten Finnischen Start-up AdLaunch und Herrn Radoslav Mizera, Vice President von „Solved – The Cleantech Company“, einem Finnischen Start-Up im Bereich Clean Tech.

Sie alle berichteten aus jeweils ihrer Sicht über Erfahrungen und Herausforderungen der Startup-Szene. Moderiert wurde die Diskussion von Finnforum-Vorstand Milla Mouhu. Das offizielle Programm wurde mit einem zweiten Teil der musikalischen Aufführung abgeschlossen. Anschließend hatten die Gäste die Möglichkeit bei Wein & Canapes weitere Gespräche zu führen.

By | 2018-04-16T10:14:47+00:00 16.04.2018|0 Comments

Netzwerkabend UniCredit am 20.3.2018

Am vergangenen Dienstag haben wir uns in Bistro KÖNIG für einen traditionellen Netzwerkabend gesammelt. Finnforum-Mitglied Niko Adresson hat über seine Tätigkeit in der Kreditabteilung für Multinationale Konzerne bei UniCredit erzählt und uns in die spannende Welt der Finanzierungen hineingeführt. In gemütlicher Atmosphäre konnten die Mitglieder sich nach der Präsentation weiter austauschen.

By | 2018-03-26T10:58:29+00:00 26.03.2018|0 Comments

Rückblick: Firmenpräsentation Planmeca Group & Hotel Bristol am 28.2.2018

Das finnische Medizintechnikunternehmen Planmeca Group lud am 28. Februar 2018 zusammen mit dem 5-Sterne Hotel Bristol zu einem Abend voll Innovation und Tradition ein. Im ersten Teil des Abends gab es spannende Präsentationen aus der Planmeca-Welt. Anschließend erfuhr man Historisches über das renommierte Haus am Ring – Führungen durchs Haus inklusive. Bei Getränken und einem Imbiss gab es dann noch ausreichend Möglichkeit sich untereinander auszutauschen.

 

 

By | 2018-03-12T08:52:35+00:00 07.03.2018|1 Comment

Im Interview: Honorarkonsulin Dr. Cattina Leitner

1.) Sie sind profilierte Juristin, entstammen einer bekannten Kärntner Unternehmerfamilie und sind mit einem der erfolgreichsten Manager des Landes verheiratet. Wie kommt es, dass Sie Honorarkonsulin Finnlands wurden?

Diese Frage können die Personen beantworten, die mich vorgeschlagen haben. Bestimmt war meine Begeisterung für Finnland und seine Menschen nicht zu übersehen. Ich bin durch die berufliche Tätigkeit meines Mannes zu Finnland gekommen. Vermutlich war es die Summe vieler Eindrücke, die dazu bewegt hat, mich vorzuschlagen.

Es ist mir ein ehrliches Anliegen, die Tradition der Freundschaft zwischen den beiden Staaten, die vieles gemeinsam haben, zu bewahren und zu pflegen.

2.) Welchen persönlichen Bezug haben Sie zu Finnland? Waren Sie schon öfters dort? Was war Ihr beeindruckendstes Erlebnis?

Ich war natürlich schon oft in Finnland, beispielsweise als Besucherin internationaler Konferenzen, für die österreichischen Universitäten oder um Freunde zu treffen. Ich schätzte die Verlässlichkeit und unkomplizierte Offenheit der Finnen, die von Small-Talk wenig halten und trotzdem nicht verstummen. Die Finnen haben ein stark ausgeprägtes Nationalgefühl, das nachvollziehbar in ihrer Geschichte wurzelt. Sie sind stolz auf ihre Unabhängigkeit, die sportlichen Erfolge und auch ihre spitzentechnologischen Leistungen. Finnland hat in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft neue Wege eingeschlagen, die für Österreich über weite Strecken beispielgebend sind.

2017 habe ich das weltführende Start-Up-Festival „Slush“ in Helsinki besucht. Ich bin zutiefst beeindruckt über die Art der Präsentation technologischen Fortschritts und des Engagements involvierter Persönlichkeiten. Slush ist der Inbegriff, wie eine radikale, aber zugleich positive Kultur von „pushing things forward“ betrieben werden kann. Das ist das moderne Finnland! Pöyry Management Consulting Austria hat dankenswerter Weise ideenstiftend und organisatorisch den Besuch ermöglicht, den ich gerne unterstützt habe.

Als Nebenereignis ist mir der Sprung ins Eismeer unvergesslich, den ich gemeinsam mit anderen wagte. Man fühlt sich danach unverletzlich wie der sagenhafte Siegfried, nur mit Strickhaube statt Lindenblatt.

3.) Ihr Honorarkonsulat firmiert in Graz. Welche Aufgaben werden dort wahrgenommen? Und welche besonderen Schwerpunkte möchten Sie setzen? Gibt es darüber hinaus Aktivitäten Ihrerseits?

Das Honorarkonsulat befindet sich im Zentrum von Graz. Bei den dort erledigten Aufgaben handelt es sich hauptsächlich um die Ausstellung von Lebensbescheinigungen (etwa für den Bezug einer Rentenleistung aus Finnland), Unterschriftenbeglaubigungen (für Bankunterlagen) oder die Beglaubigung von Abschriften. Daneben bieten wir im Honorarkonsulat natürlich diverse Hilfestellungen und Beratung für Finnen und Finninnen an und sind das Bindeglied zur Botschaft in Wien. Als Honorarkonsulin bin ich auch eine Repräsentantin Finnlands auf diversen Veranstaltungen.

Schwerpunktmäßig konzentriere ich mich darauf, die Menschen von Finnland und Österreich in jeder Hinsicht weiter zu vernetzen. Dies betrifft die Bereiche Wirtschaft und Tourismus, Bildung, Sport sowie Kultur.

Der gesellschaftliche Höhepunkt der Aktivitäten des Honorarkonsulats ist zweifellos der jährliche Empfang anlässlich des Finnischen Unabhängigkeitstages am 6. Dezember. Zum 100-jährigen Jubiläum im letzten Jahr gab es einen herausragenden Festakt im großen Sitzungssaal des Landtags der Steiermark. Ich habe mich gefreut, dass circa 150 Menschen unserer Einladung gefolgt sind.

4.) Wie sehen Sie die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder? Wo sehen Sie etwaiges Ausbaupotential?

Es gibt seit beinahe 100 Jahren diplomatische Beziehungen zwischen Finnland und Österreich und seit 1961 Botschaften im jeweils anderen Land. Die politischen Beziehungen können als sehr gut angesehen werden.

Zahlreiche Beispiele von finnischen Firmen, die ihre Niederlassungen in Österreich haben, und natürlich auch umkehrt österreichischer Firmen in Finnland, zeigen, dass die beiden Länder auch in wirtschaftlicher Hinsicht sehr gut zusammenarbeiten. Zu erwähnen sind zB die Andritz AG, Doppelmayr Seilbahnen GmbH, Wienerberger AG, DOKA Schalungstechnik GmbH oder Uddeholm Oy Ab. Und umgekehrt Kone, Kemira, Metso, Borealis, Valmet, Pöyry oder Kumera Antriebstechnik. Letztere Firma hat kürzlich ihren Standort in Graz erweitert und eine neue Fertigungs- und Montagehalle eröffnet und trägt somit dazu bei, dass wertvolle Arbeitsplätze geschaffen/behalten werden können.

Ausbaupotential sehe ich etwa im Bereich der Technologisierung. Der technologische Wandel hat eine hohe Geschwindigkeit und bietet mit der Digitalisierung die Grundlage für weiter reichende Vernetzungen. Wer in diesem Bereich das jedenfalls vorhandene Potential erkennen will, soll das bereits erwähnte Slush-Festival besuchen.

5.) Finnland und Österreich haben trotz geographischer Distanz viele Gemeinsamkeiten. Was denken Sie – wird sich die politische, soziale und wirtschaftliche Zukunft beider Länder auch in der Zukunft ähnlich entwickeln?

Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Ländern gibt es viele. Dem Verlauf der Weltgeschichte geschuldet, feiern etwa beide Nationen ihre 100-jährigen Jubiläen fast zeitgleich. Beide sind neutrale Staaten und 1995 im Rahmen der ersten großen Beitrittsrunde der Europäischen Union beigetreten. Auch zur Friedenssicherung der Vereinten Nationen haben beide einen starken Beitrag geleistet, tausende Soldaten zu verschiedenen Missionen auf der ganzen Welt entsendet und oft sehr eng in denselben Operationen (UNDOF, UNIFIL, UNTSO, KFOR oder ISAF) zusammengearbeitet.

Sowohl Österreich als auch Finnland haben exportabhängige Volkswirtschaften, die sich auf ähnliche Bereiche, nämlich Maschinen und Fahrzeuge sowie auch Chemieprodukte, konzentrieren. Definitiv besser ist Finnland in der Gleichberechtigung, die das Verhältnis zwischen den Geschlechtern zu einem hohen Grad präsentiert. Das zeigt sich beispielsweise in der relativ großen Zahl von Frauen, die höhere Ämter in der Politik bekleiden oder sonstige hohe Posten in Sektoren der Gesellschaft einnehmen.

Beide Länder stehen mittel- und langfristig vor den gleichen Herausforderungen und besitzen sicher das Potential, Fortschritt und soziale Verantwortung in einen positiven Kontext zu bringen.

Kontaktinformation:

Honorarkonsulat von Finnland, Steiermark
Hans-Sachs-Gasse 7, 8010 Graz, 5. OG

konsulat.finnland.stmk@gmail.com

+43 677/61434392

Zur Person:

Ich bin 1962 in Graz geboren und in Spittal a. d. Drau/Millstättersee aufgewachsen. 1980 kam ich zum Studium der Rechtswissenschaften zurück nach Graz. Ich wurde Richterin mit zivilrechtlichem Schwerpunkt und wechselte 2015 in die Anwaltei. Seither pendle ich zwischen Wien und Graz.

Seit 1990 bin ich mit meinem Mann Wolfgang verheiratet. Wir haben zwei erwachsene Kinder.

Meine Freizeit widme ich jahreszeitabhängig dem Skifahren, Langlaufen und Schwimmen; ich lese und zeichne gerne und liebe Musik.

By | 2018-05-01T22:31:14+00:00 26.02.2018|0 Comments

Rückblick: Generalversammlung am 25.01.2018

Die Generalversammlung des Finnisch-Österreichische Wirtschaftsforums 2018 fand in den Räumlichkeiten der Residenz Josefstadt am 25.1.2018 statt. Zahlreiche Mitglieder haben die Möglichkeit genutzt um sich über die Aktivitäten des Vereines genauer zu informieren. Ein Rückblick in das Jahr 2017 zeigte ein erfolgreiches Wachstum mit einer Rekordzahl von 16 neuen Mitgliedschaften und über 20 Veranstaltungen! Der Vorstand wurde mit einem neuen Mitglied, Frau Dipl.-Ing. Milla Mouhu, erweitert. Sie übernimmt die Verantwortung für die Veranstaltungsplanung und -koordination. Der Abend wurde mit einem Rundgang durch die Residenz weitergeführt und bei einem Buffet wurde anschließend in toller Stimmung diskutiert.

By | 2018-02-25T14:58:15+00:00 25.02.2018|0 Comments
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